Im Spiegel der Zeit – Die Maler de Bruycker (Teil 3)

Familie de BruyckerIn seinem Atelierhaus erlebt Hermann de Bruycker glückliche Jahre im Kreis seiner großen Familie. Hier entstehen Hunderte von Illustrationen, surreale Märchenwelten und realistische Landschaften auf großformatigen Gemälden. Hier werden Feste gefeiert, im großen Bekanntenkreis und in kleinem Freundeskreis. Hier treffen sich Künstler und Kaufleute - „Linke wie Rechte“ - und Menschen, ganz unterschiedlichen Glaubens. Aus dem Atelier des Künstlers werden Rundfunksendungen - „frühe Talk-Shows“ - übertragen.


Segelboot



Studien-Reisen führen ihn nach Paris und New York, und immer wieder in seine geliebte Lüneburger Heide und in den Hamburger Hafen. Er verfügt über ein geräumiges Segelboot auf der Elbe, auf dem er auch Nachwuchskünstlern Malunterricht erteilt.

 

 

 

In der Heide betreibt er mit seinen Söhnen Landwirtschaft auf einem eigenen Bauernhof, mit dazu gehöriger Jagd in Undeloh.

 

 

Hermann de Bruycker durchlebt drei Kriege: 1870/71 1914/18 und 1939 bis 1945.

Sie verletzen nicht nur seine Seele - Auch zwei seiner Söhne zählen zu deren sinnlosen Opfern.

Hermann de Bruycker hasst Gewaltherrschaft und Terror, Unterdrückung und Unfreiheit, hält sich fern von „nationalistischen Verlockungen“ und doch bleibt er im Grunde seines Herzens dieser Nordischen Heimat , die einst seinen Vorfahren Freiheit und Schutz bot, treu verbunden. Ein Patriot, der auch sich selbst treu bleibt.

Ein aufrichtig, liebenswerter Mensch, der in seinem Vorgarten keine Fahne hießt an Führers Geburtstag, dafür lieber in die stille Heide fährt und malt.

Im Sommer 1943 zerstört eine alliierte Luftmine in Sekunden Haus und Lebenswerk von Hermann de Bruycker.

Auch die Kirchenfenster von St. Katharinen und die Deckengemälde des Stadt Theaters fallen den Bomben zum Opfer.

In unermüdlicher Arbeit versucht er bis zu seinem Tod einen Teil seines zerstörten Lebenswerkes neu zu gestalten. Doch an die Schaffenskraft früher Jahre anzuknüpfen, ist ihm nicht mehr vergönnt.

Am 23. März 1950 stirbt er im Alter von 92 Jahren in seinem geliebten Hamburg.

In Museen und in Privatbesitz hat ein kleiner Teil seiner Arbeiten die Zeit des Krieges „überlebt“. Unter anderem in den Atelierhäusern seiner Söhne Bernhard, Richard und Berthold de Bruycker sowie im Malerhaus von Allda-Eugen de Bruycker auf dem Höpenberg bei Schneverdingen.

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